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Lettenviadukt and Josefswiese Zurich

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Im Zuge von Quartierentwicklungsmassnahmen werden die Bögen des Lettenviadukts mit Laden- und Büroflächen gefüllt. Auf dem Dach der Bögen entlang des ehemaligen Bahntrassees entsteht ein Fuss- und Radweg, der die Freiräume an der Limmat mit denen im Industriequartier Kreis 5 verbindet. Im Rahmen dieser Aufwertungsmassnahmen wird auch die Josefwiese den neuen Bedürfnissen der Bevölkerung angepasst. Die Aufwertung und Sanierung dieser Volksparkanlage, die unmittelbar an das Viadukt angrenzt, versteht sich in der gartenhistorischen Fortführung des Grundgedankens aus der Zeit Anfang des 20. Jahrhunderts.

Der Weg auf dem Viadukt sucht die gestalterische Nähe zu seiner Vergangenheit als Bahntrassee. In Anlehnung an Bahnschwellen wird der Weg mit längsformatigen Betonplatten belegt, die sich in Teilbereichen zu Sitzgelegenheiten wölben.
Die Umgestaltung der Josefwiese stärkt in einem ersten Schritt analog der historischen Situation das räumliche Gerüst der Anlage.
Der die Rasenfläche umrundende und von Alleen gesäumte Ring wird präzise herausgearbeitet. Er bildet neu den Kern der Anlage und das Verbindungselement unterschiedlicher Funktionsbereiche. Zur Stärkung des Rahmens wird auf gartendenkmalpflegerischen Überlegungen basierend, die Baumreihe im Süden zu einer zweireihigen Allee komplettiert und die Fläche des Rings einheitlich mit Kiesbelag ausgestattet. Das Föhrenwäldchen, Filter zwischen Viadukt und der offener Rasenfläche des Parks wird in seiner Grundsubstanz gestärkt indem dort, wo einst Betonplatten verlegt waren neue Rasenflächen angelegt werden. Einzelne chaussierte Trampelpfade betonen die neue wichtige Verbindung durch das Grün zum Viadukt. Die Hecke und der Zaun entlang der gesamten Bogeneinbauten werden demontiert, um die Öffnung der Josefwiese zum Viadukt zu unterstreichen.

Um den Nutzungsinteressen wie beispielsweise Kinderspiel, Aufenthalt beim Kiosk, auf den Rasenflächen oder in den Alleen, Picknick, Grillieren, Planschen und Abhängen genügend Raum zu bieten, gibt es neben dreier Spielinseln im Föhrenwäldchen eine Abfolge von Spielbereichen verteilt auf den südlichen Ring. Hiermit wird eine gleichwertige Verteilung der unterschiedlichen Nutzungen auf die komplette Anlage erstrebt, um den Bereich rund um den Kiosk zu entlasten. Sportliche Aktivitäten wie etwa das Boulespiel, Beachvolleyball oder Fussball sind auch weiterhin an den heutigen Orten zu finden.

Sitzbänke in regelmässigen Abständen begleiten den Ring. Zusätzliche Liegen werden zu punktuellen Aufenthaltsorten im Föhrenwäldchen. Das Planschbecken bleibt in seiner jetzigen Form erhalten und erhält eine minimale Sanierung, das Volleyballfeld wird den offiziellen Massen angepasst.

Zeitgleich zur Aufwertung der Josefwiese wird das Anlagegebäude aus dem Jahre 1926 saniert.

Ort: Lettenviatukt und Josefswiese, Zürich, Schweiz
Realisation: 2008–2010
Bauherr: Amt für Hochbauten Zürich, Grün Stadt Zürich
Landschaftsarchitektur: Studio Vulkan (ehem. Schweingruber Zulauf Landschaftsarchitekten)
Architektur: EM2N Architekten AG, Zürich
Spielplatzplanung: Atelier Fredi Schelb, Winterthur
Fotografie: René Rötheli, Roger Frei